Anwendungsgebiete therapeutischer Standardmethoden

Über den Autor: Michael Friedrichs - Homepage ⇑ :" Ich bin Psychologie-Student an der Bergischen Universität Wuppertal mit den Schwerpunkten ABO und Klinische Psychologie. Als ausgebildeter Kaufmann fällt es mir leicht, auch die wirtschaftlichen Hintergründe im psychologischen Prozess zu verstehen. "
Jeder praktische Psychologe braucht sie. Jeder Student liebt sie. Die Klienten hassen sie:
Wiederkehrende Standards, denen der Ruf von Stereotypisierung anhaftet, die aber für die professionelle Arbeit unerlässlich sind.
Ich möchte hier nicht seitenweise Standards notieren, die für Viele sowieso irgendwie bekannt sind. Vielmehr stellt sich die interessante Frage: Welche Methode greift denn bekanntermaßen bei welcher Störung ? Hier folgt nun also eine kleine Liste von Störungen und der möglichen Behandlunsgabläufe.
Panikstörung ohne Agoraphobie
1. Anamnese
2. Exploration
3. Psychoedukation
4. Selbstbeobachtung
5. Reizkonfrontation in vivo (graduiertes Vorgehen)
6. Kognitive Umstrukturierung
7. Rückfallprophylaxe
Posttraumatische Belastungsstörung
1. Anamnese
2. Exploration
3. Psychoedukation
4. Imaginatives Nacherleben (Reizkonfrontation in sensu)
5. Reizkonfrontation in vivo
6. Kognitive Umstrukturierung
Schizophrenie, paranoider Typus
1. Anmanese
2. Exploration
3. Psychoedukation
4. Kognitives Training
5. Problemlösetraining
6. Training sozialer Kompetenzen
7. Familienbetreuung
Spezifische Phobie (Zahnbehandlungsphobie)
1. Anamnese
2. Exploration
3. Psychoedukation
-> Streß-Belastungstraining
a) Exploration dysfunktionaler Kognitionen
b) Angsthierarchie erstellen
c) Entspannungstraining
d) Reizkonfrontation in sensu
e) Reizkonfrontation in vivo (in der nächsten Sitzung)
f) Nachbesprechung nach jeder Sitzung (Was war hilfreich, was nicht ?)
g) Aktuelles Angstniveau einschätzen
Agoraphobie ohne Panikstörung in der Vorgeschichte
1. Anamnese
2. Exploration
3. Psychoedukation
4. Festlegung des Therapieziels
5. Reizkonfrontation in vivo (graduiertes Vorgehen)
-> Sekundärer Krankheitsgewinn ?
Zwangsstörung
1. Anamnese
2. Exploration
3. Psychoedukation
4. Selbstbeobachtung (Tagebuch: wann, wie oft, in welchem Zusammenhang?)
5. Reizkonfrontation in sensu
6. Reizkonfrontation in vivo mit Reaktionsverhinderung als Hausaufgabe
7. Kognitive Umstrukturierung
Nicht näher bezeichnete Eßstörung / Binge-Eßstörung
1. Anamnese
2. Exploration
3. Gewichtskurve erstellen
4. Tagebuch
5. Informationsvermittlung
6. sozialer Kontrakt / Therapeutischer Vetrag
7. Stimuluskontrolle
8. Selbstverstärkung / -bestrafung
9. Verdecktes Konditionieren
10. Aufbau alternativer, angenehmer Aktivitäten
11. Kognitive Umstrukturierung
12. Entspannungsübungen